03.03.2010
Donau-Universität Krems

Untersuchung der Tageslichtverteilung

Das Lichtlobor der Donau-Universität Krems hilft Architekten bereits im Modellstadium gezielte Simulationen von Tageslichtsituationen zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten durchzuführen.

Licht ist für uns Menschen die wichtigste Informationsquelle. 80 % aller Informationen werden über die Augen wahrgenommen. Neben den visuellen Funktionen hat im Besonderen das Tageslicht eine entscheidende Wirkung auf unser physisches und psychisches Wohlbefinden. Der richtige und aufmerksame Umgang mit Licht ist bereits in der Konzeptphase eines Bauprojektes von großer Bedeutung. Spezifische Kenntnisse sind notwendig, um entwurfsrelevante Entscheidungen zu treffen - etwa die richtige Positionierung von Öffnungen in Gebäuden, die Auswahl von Beschattungselementen und geeigneten Leuchtmitteln zur Ergänzung des Tageslichtes oder Steuerungselemente. Die Donau-Universität Krems beschäftigt sich mit dem Licht in seiner Ganzheit. Ziel ist es, die beste Tageslichtqualität in Gebäuden zu schaffen und Lösungen zur Ergänzung des Tageslichtes durch geeignete Kunstlichtmittel zu finden. „Viele energieeffiziente Strategien wirken sich dahingehend aus, dass es in Gebäude dunkel wird. Unsere Herausforderung: Wie löst man den Zielkonflikt zwischen energieeffizienter Solararchitektur und visueller, ergonomisch, gesunder Lichtarchitektur“, beschreibt die Forschungschefin DI Dr. Renate Hammer. Die Donau-Universität Krems hat sich dieser Herausforderung gestellt und zusammen mit Partner aus der Industrie und dem Gewerbe das Velux Sunlighthouse erstellt, das sich durch seine optimierte Energie und durch optimierte Lichteinträge auszeichnet.


Der Entwurf des Velux Sunlighthouse, das Energieeffizienz mit einem außergewöhnlich hohem Tageslichtanteil vereint, wurde im Lichtlabor in Krems verfeinert

Bild: Velux

 

In engen Zusammenhang mit diesem Projekt steht auch das Lichtlabor der Donau-Universität Krems. Diese mit 230 Halogenhochvoltglühlampen bestückte Himmelskuppel ist mit einer beweglichen, künstlichen Sonne – bestehend aus einer 1000W Hochvolt Halogenlampe samt Parabolspiegel, ausgestattet, erzählt der Verantwortliche Arch. Dipl.-Ing. Gregor Radinger. Die Konstruktion ermöglicht durch Zuhilfenahme von Sonnenstandsdiagrammen gezielte Simulationen von Tageslichtsituation zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten; an jedem Punkt der Erde, unter kontrollierten Bedingungen. So bietet sich die Möglichkeit, Architekturmodelle in verschiedenen Maßstäben in unterschiedlichen Entwurfsphasen zu untersuchen, so Radinger weiter. Außerdem ist die Anwendung mit kontrollierter Lichtmenge einsetzbar: Lichteinfall, verzögerte Tageslichtmenge, Sichtbarkeit der Sonne und des Himmels, Beschattung, Vegetation, Blendung etc. sind nur einige Szenarien, die simuliert werden können. Anhand von maßstäblichen Modellen können so im Lichtlabor quantitative, qualitative, raumbezogene oder auch städtebauliche Analysen mit Hilfe des künstlichen Himmels durchgeführt werden.

www.donau-uni.ac.at

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